Die Behandlungsidee

Die Behandlungsidee, das Vorgehen in der Praxis

Nachdem zu meinem persönlichem Weg vorweg Gesagtem möchte ich nun darlegen, was dies für meine Idee der Behandlung bedeutet. Ich möchte versuchen dies in wenigen gut verständlichen Stichpunkten auszudrücken:

1. Wenn es verschiedene Ebenen geben kann, auf welchen wir erkranken können, so bedarf es auch therapeutischer Werkzeuge (Therapieformen) für die verschiedenen Ebenen.

2. Wenn für die verschiedenen Ebenen therapeutische Werkzeuge zur Verfügung stehen, so gilt es bei jedem einzelnen Erkrankungsfall zu erkennen, auf welcher Ebene die Krankheit ihre Ursache hat.

3. Krankheiten können auf einer Ebene beginnen und auf diese begrenzt bleiben.

4. Krankheiten können auf einer Ebene beginnen und sich auf eine (oder mehrere) weitere Ebene fortentwickeln.

5. Krankheiten können auf mehr als einer Ebene beginnen.

6. Erkenne die Ebene der Ursache(n).

7. Wähle die passende Therapieform.

In diesen sieben einfachen Punkten ist für mich die Basis für meine Arbeitsweise gelegt. Deshalb übe ich so verschiedene Verfahren in meiner Praxis aus.

Zu diesen sieben Punkten möchte ich einige kurze Beispiele anführen:

Beispiel A
Leidet ein Mensch unter häufigen Kopfschmerzen, so kann diese Beschwerde von ganz verschiedenen Ebenen herrühren.
• Er hatte einen Unfall. Der Kopfschmerz ist ein „Überbleibsel“ davon. (z.B. Homöopathie, Schmerztherapie, ISG-Deblockierung, Wirbeleinrichtung, Atlaskorrektur, Flex Taping, EMDR)
• Er ernährt sich ungesund. Der Kopfschmerz ist das Ergebnis einer Stoffwechselstörung. (z.B. Ernährung, Körperreinigung)
• Er leidet an psychischen Spannungen, weil er sich ständig Sorgen um seine Kinder macht oder Stress an seinem Arbeitsplatz erlebt. (z.B. Homöopathie, LUS-Therapie)
• Seine Nackenmuskulatur ist verspannt, da er (z.B. im Beruf) sehr häufig in einer ungeeigneten Körperhaltung verharrt. (z.B. ISG-Deblockierung, Wirbeleinrichtung, Atlaskorrektur, Flex Taping, Myofascial Release)

• Unbewusst meint er, dass dies „normal“ sei, da seine Mutter das auch immer hatte. (z.B. LUS-Therapie)

Beispiel B
Ein junger Mann hat Kniebeschwerden nach einer Knieverletzung durch Fußballspielen.
• Die Muskulatur im Bereich des Knies, des Beins, des Fußes, der Hüfte ist unmittelbar durch die Verletzung oder durch die Operation oder die Schonhaltung infolge der Verletzung/Operation in eine Dysbalance (Ungleichgewicht der Muskelspannungen zwischen Agonist und Antagonist) geraten. (z.B. Schmerztherapie, Myofascial Release, Flex Taping, evtl. ISG-Deblockierung.)

• Aufgrund der Erfahrung der Verletzung und dadurch entstandenen Schmerz bleibt ein anhaltender Schmerz als Somatisierung der Angst vor Wiederverletzung zurück.
(z.B. EFT, EMDR, LUS-Therapie, Homöopathie)

Beispiel C
Asthmatische Beschwerden bei einer jungen Frau. Die Beschwerden sind schlimmer, wenn sie irgendeiner Art von Staub ausgesetzt ist.
• Die Schleimhäute sind in einem anhaltenden Übererregungszustand.
(z.B. Homöopathie, Ernährung, Körperreinigung.)

• Staub erinnert sie unbewusst an einer Situation, in welcher sie (starker) emotionaler/körperlicher Belastung ausgesetzt gewesen ist; meist mit
(Schreck-)Angst. (z.B. EFT, EMDR, LUS-Therapie, Homöopathie)

Diese wenigen, einfachen Beispiele sollen zeigen, dass es bei fast allen Krankheitserscheinungen meist mehrere Möglichkeiten für die Ursache, sowie für die Ebene geben kann, auf welcher die Ursache liegt. Es ist selbstverständlich, dass die Krankheit nur ursächlich angegangen werden kann, wenn gezielt auf der entsprechenden Ebene mit einer passenden Therapieform gearbeitet wird.
So lassen sich ganz sicher ernährungsbedingte Bauschmerzen nicht durch Psychotherapie, psychisch bedingte Knieschmerzen nicht durch Schmerztherapie, muskulär bedingte Knieschmerzen nicht durch Psychotherapie, psychische Spannungskopfschmerzen nicht durch Körperreinigung/Ernährung usw. ursächlich und damit erfolgreich behandeln.
Jede diese Behandlungsformen hat ihre Erfolge, wenn sie zur Ebene der jeweiligen Ursache passt.
Häufig ist es der Fall, dass eine Erkrankung ihre Ursachen auf verschiedenen Ebenen zugleich hat. In solchen Fällen ist es besonders notwendig, umsichtig vorzugehen und mit den therapeutischen Instrumenten gut vertraut zu sein. Hier kommt es dann immer wieder vor, dass bei der Behandlung ein und derselben Beschwerde im Verlauf der Behandlung die Therapieform gewechselt werden muss.

Vereinfacht und kurz zusammengefasst lässt es sich auch so sagen:
• Ist an einem Computer die Hardware (der Körper, der Muskel, das Gelenk usw.) defekt, so wird die Arbeit an der Software (die Seele, die Psyche, der Geist, das Gemüt) diesen Fehler nicht beheben.
• Ebenso wird ein Schaden an der Software nicht durch eine Veränderung der Hardware behoben.

• Und ebenso wird eine mangelnde Stromversorgung (fehlerhafte Ernährung, mangelnde Bewegung usw.) weder durch Hard- oder Softwareveränderungen „heilbar“ sein.

Ich hoffe, dass ich mit dieser kurzen Ausführung die grundlegende Idee meiner Behandlungsweise näher bringen konnte.

Ulrich Kohler